Ralf Oehlmann

Digitalisierung im Public Sektor

Mittlerweile stellt sich der Öffentliche Bereich der Herausforderung der Digitalen Transformation, aber sehr oft fehlt dafür ein konsistentes, ganzheitliches digitales IT-Konzept. Häufig gibt es keine strategische Zielarchitektur und die damit verbundenen auditierten Standards. Vielfach werden nur einzelne Prozesse herausgelöst, analysiert und auf die eine oder andere Weise digitalisiert.

Im Allgemeinen orientieren sich Behörden bezüglich Technologie immer noch am Bestehenden, und nicht an Innovationen. Digitale Transformation erfordert aber einen gänzlich neuen Denkansatz, der das bisherige Zusammenwirken von Menschen und Technik, von IT und Kommunikation neu organisiert.

Die Einführung einer E-Akte ist für die Behörden ein erster wichtiger Schritt in die Digitalisierung. Durch die Unterstützung erfahrener Partner können alte Zöpfe abgeschnitten und neue technologische Wege einschlagen werden. Mit einer strukturierten Bedarfsanalyse kann er zügig ermitteln, wo konkrete Ansatzpunkte für eine IT- und Prozessoptimierung innerhalb der gesetzlichen Vorgaben bestehen, welche bedarfsgerechten Ressourcen bereitgestellt werden sollten und wo Aufwände eingespart werden können.

Zu den interessanten neuen Technologien mit großem Einsparungspotenzial zählt auch für den Öffentlichen Sektor Cloud Computing. Cloud-Modelle ermöglichen es, Infrastrukturen und Dienste, wo immer es sinnvoll ist, zu automatisieren und/oder auszulagern und durch On-Demand-Konzepte, Kosten zu reduzieren. Auch die Bereitstellung von Fachanwendungen als Software-as-a-Service mindert die Wartungskosten der IT ganz erheblich.

Cloud Computing bietet viele Vorteile, zum Beispiel flexible Servicemodelle, mit denen kurzfristige Spitzenbeanspruchungen, wie in einem Krisenfall, abgefangen werden können. Somit können zusätzliche Ressourcen bei Bedarf einfach abgerufen werden. Auch E-Government-Lösungen können in der Cloud betrieben werden. Lösungen, wie das einsatzfertige und OKeVA-konforme (Organisationskonzept elektronische Verwaltungsarbeit) CGI E-Government Framework, werden bereits heute von 20.000 Anwendern in Deutschland genutzt.

Vor dem Hintergrund der Anforderungen des E-Government dürfen sich Verwaltungen nicht damit zufriedengeben, nur einzelne Prozesse zu automatisieren. Sie müssen insgesamt ihre Verfahren so strukturieren, dass sie automatisierbar sind. Die sich abzeichnende immer weitergehende Verlagerung der internen Verfahren nach außen, zum Beispiel zu Bürger-Self-Service-Portalen ist anders gar nicht darstellbar. Auch die Mitarbeiter in den Behörden erwarten einen modernen Arbeitsplatz. Laut der CGI Umfrage Global 1000 (2016/2017) haben 42% der Leiter von Behörden die Herausforderung erkannt, Mitarbeiter mit neuem digitalen Know-how zu finden und zu binden. Wenn die Behörden den Kontakt zu den besten Köpfen nicht verlieren wollen, müssen sie die Arbeitsplätze und die damit verbundenen Prozesse an den Anforderungen der Digitalen Welt ausrichten. Es geht also nicht allein darum, die IT zu modernisieren, sondern ein ganzheitliches Konzept für den Aufbau einer zukunftsfähigen IT Infrastruktur zu etablieren.

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