Dimitra Papadopoulou

Was ist denn nun Blockchain?

In meinem letzten Blog-Artikel haben wir über die vier Dinge gesprochen, die sehr oft als „die Blockchain“ bezeichnet werden, eigentlich aber nur Outputs der Blockchain sind. Bitcoin und andere Kryptowährungen nutzen Blockchains, um dezentrale digitale Währungen ins Leben zu rufen und direkte Online-Transaktionen zu ermöglichen.
Plattformen wie Etherium, Hyperledger oder Blumix nutzen Blockchains, um eigene dezentrale Umgebungen zu etablieren, sichere direkte Transaktionen zu ermöglichen und unterschiedliche dezentrale Services zur Verfügung stellen und anzubieten. Verteilte dezentrale Datenbanken können Blockchain nutzen, um digitale Assets zu tauschen. Daraus können Services oder Produkte entstehen. Diese sind aber nicht die Blockchain an sich. Also gut! Jetzt fragen Sie sich bestimmt …

Was heißt Blockchain?

Das Wort Blockchain ist eine Kombination der englischen Wörter „Block = Block“ und „Chain = Kette“ und wird deswegen benutzt, weil es genau das beschreibt, was eine Blockchain macht. Programmierte Informationsstücke, die sogenannten Transaktionen, werden kryptografisch dargestellt und in Blöcke eins nach dem anderen aufgelistet. Somit bildet sich eine Block-Kette. Ok, soweit alles einfach und gut. Aber wir haben immer noch nicht erklärt …

Was ist Blockchain?

Blockchain ist eine dezentrale Infrastruktur, die es verteilten, dezentralen Datenbanken ermöglicht, zu kommunizieren und gleichzeitig Aufzeichnungen von digitalen Transaktionen in der originalen chronologischen Zeitreihenfolge zu halten. Blockchains sind transparent – das heißt aber nicht, dass jeder gleich einen Blick in unsere Information werfen kann. Kryptografie ist die Basis für Blockchain-Transaktionen und gibt dem System auf lange Zeit Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit. Darüber hinaus kann man Blockchains in drei Typen – öffentliche, private und Konsortien – kategorisieren und den Typ auswählen, der am besten in das Business Model passt. Unabhängig vom Blockchain-Typ, wird die unveränderliche Authentizität der digitalen Transaktion durch einen dezentralen Mechanismus verifiziert. Jeder autorisierte PC, der Zugriff auf die Blockchain hat, bekommt eine digitale Kopie der originalen Transaktion und ordnet diese in Blöcke untereinander – wie eine Kette und gemäß Zeitstempel. [1]
Visuell kann man sich das Ganze ungefähr so vorstellen:

Figure 1: Blockchain, Transaktionen, Blocks und Inhalte

Ok, das ist ja alles sehr cool! Aber auch sehr technologielastig. Jetzt stellt sich folgende Frage:

Wie und was kann ich mit der Blockchain tun?

Blockchains können privat mit eingeschränkter Mitgliedschaft, ähnlich einem Intranet, oder aber öffentlich, wie das Internet, zugänglich für jede Person in der Welt sein. [2] Mittlerweile gibt es auch Kombinationen von öffentlichen und privaten Blockchains, die als Konsortien bezeichnet werden. [3] Im Prinzip sind Konsortien größere private Blockchains, die aber in diese Umgebungen mehrere autorisierte Stakeholders hinzufügen und Transaktionen öffentlich, aber ausschließlich untereinander ermöglichen. Als Beispiel kann man sich eine Blockchain im Öffentlichen Dienst vorstellen. Ein Bürger möchte seine Unterlagen sammeln, um einen Antrag für die Einbürgerung zu stellen. Dazu muss er unterschiedliche externe Dienststellen aufsuchen und wichtige Nachweise sammeln. Das kostet Zeit und Geld, für alle involvierten Parteien. Nachdem er die Unterlagen gesammelt hat, kann er den Antrag stellen. Dieser bleibt aber auch nicht an einem einzigen Ort, sondern muss von unterschiedlichen Dienststellen überprüft und genehmigt werden. Hier ist eine Konsortium-Blockchain von großer Hilfe, die Zwischenstationen eliminiert, eine papierlose Antragsstellung und die direkte Weiterbearbeitung bei der nächsten autorisierten Dienststelle ermöglicht. In dem Use Case beseitigen wir Wartezeiten und unnötige Kosten, die aufgrund von Wartezeiten anfallen können. Arbeitsorganisatorisch ist dies auch sehr praktisch, da der Beamter sich jetzt auf die wesentlichen Arbeiten konzentrieren kann.

Meine Schlussfolgerung

Blockchain ist eine dezentrale Struktur, die sowohl global als auch in Deutschland an Bedeutung gewinnt. Hierzulande wuchs die Nachfrage anfangs hauptsächlich im FinTech-Umfeld und in der Automobilbranche, aber mittlerweile steigt sie auch in anderen Bereichen stetig an. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann sich Öffentlicher Dienst, Gesundheitswesen und vielen anderen Bereiche mit der Blockchain vertraut machen. Schnelle, mobile und qualitative Dienstleistungen, wie sie etwa Smart Cities bieten, nutzen offene und große Mengen von Daten, die so genannten Open und Big Data, die von Bürgern, im Alltag und meist unbewusst gesammelt werden. [4] Bisher haben Dritte diese Daten einfach genommen, analysiert und weiterverkauft. Im Mai 2018 tritt die EU Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)/General Data Protection Regulation (GDPR) der EU-Kommission in Kraft, die den Datenproduzenten und Konsumenten schützten und sensibilisieren soll. Allein das ist ein Grund, sich mit der Blockchain auseinanderzusetzen. Wie müssen wir reagieren? Ist die Blockchain nicht eigentlich das perfekte Konzept? Ja, deswegen diskutiert die EU bereits seit Jahren über Point-to-Point-Kommunikationssysteme – ein alternativer Ausdruck für Blockchain. Themen wie Cybersicherheit, Datenschutz oder die Entwicklung von stabilen, sicheren IT-Infrastrukturen, um Interoperabilität zwischen den unterschiedlichen Interessengruppen zu ermöglichen, werden von der Blockchain vertreten. Ist es wirklich so? Kann eine Blockchain alle diese Themen abdecken? Wenn nicht, was brauchen wir noch dazu, um holistische Lösungen entwickeln zu können? Und inwieweit ist die Blockchain an der neuen DSGVO ausgerichtet?

Sind das nicht spannende Themen? Bleiben Sie dran! In den folgenden Artikeln werden wir gemeinsam alle diese Punkte analysieren.

Alle Artikel aus der Serie Blockchain finden Sie hier:
#1: Sie sind unsicher was Blockchain ist. Lesen Sie alles darüber, was Blockchain nicht ist
#2: Was ist denn nun Blockchain?

Verweise

[1]     E. Camerinelli, „FinExtra,“ FinExtra, 18 03 2016. [Online]. Available: https://www.finextra.com/blogposting/12378/how-i-explained-blockchain-to.... [Zugriff am 2017].
[2]     R. Hutt, „World Economic Forum,“ 17 06 2016. [Online]. Available: https://www.weforum.org/agenda/2016/06/blockchain-explained-simply/. [Zugriff am 11 07 2017].
[3]     R. Brinkman, „IBM,“ 05 01 2018. [Online]. Available: https://www.ibm.com/blogs/blockchain/2018/01/choose-your-blockchain-cons.... [Zugriff am 30 01 2018].
[4]     E. Kommission, „europeandataportal,“ 2017. [Online]. Available: https://www.europeandataportal.eu/de/highlights/open-data-and-blockchain.... [Zugriff am 19 03 2018].

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