CGI etabliert Roadmap zum erfolgreichen Implementieren intelligenter Systeme

Welchen Einfluss hat Künstliche Intelligenz (KI, engl. Artifical Intelligence/AI) auf ethische Entscheidungen von Menschen? Wie können Unternehmen diesen Zusammenhang nutzen, um intelligente Systeme erfolgreich zu implementieren? Diesen Fragen ging Lukas Engel im Rahmen einer Studie in Zusammenarbeit mit CGI und dem DAS-Institut nach. Er führte Experimente zum Zusammenspiel von KI und Ethik durch und trägt damit zur Erforschung des Einflusses von KI auf Menschen bei. Dies ist in Anbetracht der bislang kaum vorhandenen Forschung und der rasanten Entwicklung intelligenter Systeme dringend notwendig. Die mit den Ergebnissen entwickelte Roadmap basiert auf Change-Management-Prozessen und unterstützt Unternehmen bei der erfolgreichen Einführung von KI und einem zielführenden Umgang damit.

Forschung zu Auswirkungen von KI aktuell im Anfangsstadium

In einigen Bereichen werden intelligente Systeme bereits genutzt. Beispiele sind das autonome Fahren oder Gesundheitsmonitoring (Health Monitoring). Yann LeCun, ehemaliger Head of AI Research bei Facebook, beschreibt die Verbindung zwischen KI und Mensch als Versuch, dessen Fähigkeiten durch Digitalisierung zu optimieren: “Our intelligence is what makes us human, and AI is an extension of that quality.”
Aktuell beschränkt sich die Funktionalität intelligenter Systeme meist auf die Optimierung eines Themengebietes. Diese so genannte “schwache KI” kann durch Machine Learning einen spezifischen Aspekt oder eine Kernkompetenz sehr gut optimieren, schafft jedoch (noch) nicht den Sprung in andere Gebiete durch sogenanntes „Associatve Thinking“. Diese Fähigkeit, vernetzt zu denken, unterscheidet schwache von „starker KI“, die der menschlichen Intelligenz entsprechen soll.

Studie untersucht Einfluss von KI auf Menschen

Für die Studie wurden fünf Themenbereiche identifiziert, in denen KI entweder bereits eingesetzt wird oder in denen sie einen sehr hohen Nutzen bieten kann:

  • Knowledge Management (Wissensmanagement - vor allem das Schreiben von Büchern)
  • Health Monitoring (Gesundheitsmonitoring)
  • Mental Health/Diagnosis (Mentale Gesundheit/Diagnose)
  • Autonomous Driving (Autonomes Fahren)
  • Relationships (Beziehungen – vor allem die Unterstützung bei der Partnersuche)

Experimentell untersucht wurde, ob ein intelligentes System Einfluss auf ethisches Handeln der Menschen hat. Dafür erhielten die Versuchspersonen in einem ersten Schritt die Frage, ob KI in einem bestimmten Umfeld eingesetzt werden soll (grundlegende Akzeptanz). Anschließend mussten sie Argumente für deren Einsatz anhand einer Skala von 1 (sehr niedrig) bis 5 (sehr hoch) einschätzen. Sie taten das in der Annahme, dass die Argumente von einem intelligenten System erarbeitet wurden.

Einfluss von KI ist abhängig von Themenbereich und Akzeptanz

Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass der Einfluss von KI zwar teilweise gegeben ist, jedoch nicht in allen untersuchten Branchen in einem statistisch signifikanten Ausmaß. Damit ist ein Einfluss von KI auf ethische Entscheidungen, im Rahmen dieser Studie, nicht messbar. Fehlt die grundlegende Akzeptanz intelligenter Systeme, werden auch die vorgebrachten Argumente für deren Einsatz als wenig relevant eingestuft. Wird KI grundlegend akzeptiert, fällt die Zustimmung zu den Argumenten tendenziell positiver aus. Das ist beispielsweise beim autonomen Fahren und Gesundheitsmonitoring der Fall.
Ausschlaggebend für die Akzeptanz von KI sind demografische Faktoren wie Alter, Geschlecht und Technologieaffinität. So ist die Akzeptanz generell bei jüngeren Menschen höher, vermutlich weil sie insgesamt vertrauter mit der Technologie sind. Unabhängig vom Alter ist sie tendenziell höher bei Menschen, die sich selbst als technologieaffin einschätzen sowie in Themenbereichen, in denen Menschen bereits mit KI vertraut sind. Das ist zum Beispiel beim autonomen Fahren der Fall. Eine Analyse der demografischen Unterschiede hinsichtlich der Akzeptanz und der Einflussgrad der Vertrautheit eines KI-Systems ist ein Ansatz für zukünftige Forschungsprojekte.

Roadmap ermöglicht Unternehmen erfolgreiche KI-Implementierung

Für Unternehmen bedeuten die Ergebnisse, dass der Erfolg einer KI-Implementierung stark davon abhängt, welche Haltung Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegenüber intelligenten Systemen haben. Durch die technologische Entwicklung und die zahlreichen Möglichkeiten der Kostensenkung wird KI bald sowohl für große als auch mittlere und kleine Unternehmen relevant. CGI hat im Rahmen der Studie mit D.E.F.I.N.E. A.I. eine Roadmap entwickelt, die bestehende Konzepte des Change Management nutzt und auf die Implementierung intelligenter Systeme in Unternehmen anwendet:

Roadmap D.E.F.I.N.E. A.I.

Define potential use cases of AI in your company

Definieren von potenziellen Einsatzgebieten und des Mehrwerts einer KI-Implementierung mit dem Ziel, bestehende Kernkompetenzen des Unternehmens zu stärken oder auszubauen.

Engage the users, employees, and management

KI kann beängstigend wirken. Um dies zu vermeiden, empfiehlt es sich, alle Stakeholder möglichst frühzeitig in die Implementierung einzubeziehen.

Figure out company attitude towards AI by benefit analysis

Indem Unternehmen die Einstellungen und Empfindungen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegenüber KI ermitteln, können sie “schwierige” Personengruppen identifizieren und diese gezielt adressieren.

Invest in knowledge acquisition

Sobald alle internen Stakeholder identifiziert sind, sollten deren Kompetenzen in Bezug auf KI festgestellt werden. Ziel ist es, vorhandenes Wissen zu fördern und benötigtes Wissen entsprechend aufzubauen.

Neutralize doubt

Bedenken der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten gemanagt und weitestgehend eliminiert werden. Dies lässt sich am besten durch die Einbindung der internen Stakeholder realisieren, da diese Einfluss und Ansehen im Unternehmen genießen und gezielt einsetzen können.

Enable company AI potential

Die Befähigung der identifizierten KI-Kompetenzen erlaubt den schnellen Ausbau interner Ressourcen und Kompetenzen. Dafür werden im Unternehmen vorhandene KI-Experten gezielt eingesetzt, um die Implementierung voranzubringen (Positives Sponsoring).

Amplify positive change drivers

Die nun geförderten Ressourcen müssen im Unternehmen sichtbar gemacht werden. Dies unterstützt einen offenen Diskurs und zeigt positiven Wandel innerhalb des Unternehmens. Das Hervorheben der positiven Veränderungen fordert skeptische Stimmen heraus und mindert sie.

Implementation of AI

Der Prozess der Implementierung bringt weitere technische Herausforderungen mit sich. Die Studie fokussierte sich auf die Identifizierung dieser Faktoren und kann daher keine konkreten Empfehlungen geben. Eine weitere offene, ehrliche und konstruktive Herangehensweise ist zu empfehlen.

Fazit: Erfolgreiche KI-Implementierung bezieht Bedenken der Belegschaft ein

Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass der Erfolg von KI unter anderem von der Akzeptanz und der Vertrautheit mit intelligenten Systemen abhängt. Unternehmen stehen bei deren Einführung somit vor einem Change-Prozess, den es zu managen gilt. Basierend auf Change-Management-Konzepten setzt die D.E.F.I.N.E. A.I.-Roadmap die Erkenntnisse der Studie für Firmen aller Branchen und Größen um. Damit unterstützt CGI Unternehmen, die Kernthemen und möglichen Auswirkungen einer KI-Implementierung zu analysieren und zielführend zu managen. D.E.F.I.N.E. A.I. identifiziert alle Stakeholder, bezieht diese aktiv ein und schafft somit eine Basis für eine erfolgreiche Einführung intelligenter Systeme.

Über diesen Autor

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Lukas Engel

Lead Consultant

Lukas Engel ist aktuell als Lead Consulant bei der CGI im Application Management Umfeld aktiv. Seine Interessen erstecken sich über Service- und fachliches Management bis hin zu DevOps. Seine langfristige Arbeit mit Offshore-Teams aus Indien offenbarten ihm bereits tiefe Einblicke in die globale Kollaboration von ...

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