Die sechste Novelle der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) kommt vielleicht noch in diesem Jahr. Für die deutschen Kreditinstitute eine Nachricht, die sie nicht unbedingt froh stimmt. Denn die fünfte Novelle von Oktober 2017 haben sie gerade erst mühevoll umgesetzt. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beginnt in diesem Jahr mit der offiziellen Konsultation. Schon im Vorfeld erhält aber das Fachgremium „MaRisk“, das von der BaFin und der Deutschen Bundesbank gemeinsam geleitet wird, Informationen über die wesentlichen Inhalte.
Seit Veröffentlichung der letzten MaRisk-Novelle wurden bereits verschiedene Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) mit MaRisk-Bezug erlassen, so dass die Umsetzung dieser Leitlinien im Zuge einer Neufassung der MaRisk möglich ist.

Welche Änderungen wird es geben?

EBA-Leitlinie

Betroffene Abschnitte der MaRisk

Guidelines on the management of nonperforming and forborne exposures GL/2018/06
Voraussichtlich insbesondere BTO 1.2.5 und 1.2.6 Änderungsbedarf noch offen
Guidelines on Outsourcing
AT 9 MaRisk
Änderungsbedarf voraussichtlich absehbar
Guidelines on Loan origination and monitoring
BTO, BTO 1, BTR, BTR1
Änderungsbedarf noch offen

Außerdem werden bei der neuen MaRisk notleidende Kredite eine Rolle spielen – bedingt auch durch die derzeitigen wirtschaftlichen Umstände. Die Problemkredite und ihre angemessene Steuerung sind in den vergangenen Jahren immer mehr in den Fokus der Aufsicht gerückt. Denn der hohe Bestand an diesen Krediten wird weiterhin als Gefahr für die europäische Bankenlandschaft betrachtet. Eine konkretisierende Umsetzung für Banken im deutschen Aufsichtsgebiet durch die BaFin ist daher zu erwarten. Einige Beispiele:

  • die Vorgabe eigener Strategien für NPL und Rettungserwerbe sowie umfangreiche Prozessvorgaben,
  • Auswirkungen auf ihre Prozesse im Zusammenhang mit NPL für Banken mit einer NPL-Quote unter fünf Prozent,
  • ein Backtesting für die EWB-Bildung und Sicherheitenbewertung,
  • die quantitative Beurteilung der Wirksamkeit von Stundungsmaßnahmen im Vorfeld und im Nachgang.

Seit April 2019 ist  die Verordnung 2019/630 (NPL-Backstop) in Kraft, die bei notleidenden Krediten möglicherweise zu einem Abzug vom harten Kernkapital führen kann. Im Juni 2019 hat die EBA die Konsultation der Leitlinien zur Kreditvergabe und Überwachung begonnen. Die Leitlinien enthalten Standards für die Kreditwürdigkeitsprüfung und interne Governance-Regeln für die Gewährung und Überwachung von Krediten für den gesamten Lebenszyklus. Sie sollen bereits ab dem 30. Juni 2020 gelten.

Wie könnten die EBA-Leitlinien umgesetzt werden?

In welcher Form die EBA-Leitlinien auf nationaler Ebene umgesetzt werden, wurde bislang noch nicht bekannt gegeben. Grundsätzliche Möglichkeiten sind:

  • eine Eins-zu-eins-Übernahme etwa durch den direkten Verweis auf die EBA-Leitlinien,
  • die Einarbeitung der neuen Regelungen in ein bestehendes deutsches Regelwerk (z. B. die MaRisk),
  • das Verfassen eines neuen deutschen Regelwerks oder
  • die EBA-Leitlinien sind vom deutschen Regelwerk bereits vollständig bzw. zum Teil erfasst.

Entscheidend für die Banken sind hierbei diejenigen Anforderungen, die über die heute geltenden MaRisk hinausgehen.

Wie können wir Ihnen helfen?

Unsere Vorgehensweise richtet sich nach Ihren Zielen und Vorgaben. Wir unterstützen Sie bei der Umsetzung der neuen Anforderungen, die sich optimal in Ihre Unternehmensstruktur einbettet. Wir sind erprobt und erfahren in der Implementierung von neuen Anforderungen. Sie profitieren von dieser Expertise im Vergleich zu Branchen-Standards und Best-Practice Ansätzen. Unser fachliches und strukturiertes Vorgehen im regulatorischen Umfeld zeichnet uns aus.
Gerne stellen wir Ihnen in einem ersten Gespräch detailliert die Möglichkeiten des Vorgehens und der Organisation vor.

Über diesen Autor

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Florian Bley

Executive Consultant

Florian Bley ist Executive Consultant im Bereich Financial Services mit den Schwerpunkten Regulatorik (u. a. : MaRisk, BaIT) und PMO. Mit seiner langjährigen Erfahrung im Aufbau von Programm- und Projektmanagement sowie Prüfungserfahrungen (z. B. : in Financial Audits) in verschiedenen Banken verknüpft er Anforderungen um ...

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