Nachdem ich in meinen vorherigen Blog-Beiträgen dieser Reihe beschrieben habe, wie sich erste Prototypen bauen lassen, erläutere ich nun das Testen.

Ziel des Testens ist es, die in Prototypen dargestellten Lösungen Kunden, Mitarbeitern und Nutzern vorzustellen und diese strukturiert nach ihrer Meinung und ihren Eindrücken zu fragen. Die Reaktionen der zukünftigen Anwender geben einen tiefen Einblick in die noch nicht ermittelten Bedürfnisse und erlauben, die Prototypen daran anzupassen. Selbst wenn ein Prototyp gar keine Zustimmung findet, ist dies eine wichtige Information, denn in diese Richtung müssen keine weiteren Ressourcen investiert werden. Es wird viel Zeit und Geld dadurch gespart, dass diese Idee nicht in die Tat umgesetzt wird.

Design Thinking arbeitet nach dem Grundsatz: „Jedes Feedback ist wichtig und hilft die Lösung zu verbessern.“

Wir haben es oft erlebt, dass während des Testens neue Anforderungen und Bedürfnisse ermittelt wurden, die zu einer neuen „Ideate“-Phase führten. Viele Prototypen wurden dabei auch radikalen Veränderungen unterworfen. Es kam häufig vor, dass aus zwei unterschiedlichen Prototypen eine neue Lösungsidee auf Basis des Testens entstand, die noch besser auf die Anforderungen passte.

Beispielhafte Testergebnisse für die im letzten Blog-Beitrag genannten Prototypen zur Fragestellung „Welche zeitsparenden Vorteile bringt die digitale Transformation unseren Kunden und Mitarbeitern?“ könnten sein:

  • die vorgeschlagenen Bildschirmmasken geben an vielen Standardfeldern Auswahlfenster an, damit es schneller zur Eingabe kommt, und die Daten werden nach jeder Eingabe zwischengespeichert  (als Mock-up oder in PowerPoint);
  • die Videochatsimulation simuliert zusätzlich eine Kamerafunktion, mit der Dokumente/Papier direkt als PDF eingescannt werden können;
  • die Simulation des Login-Verfahrens kann über einen simulierten Biometrieleser des simulierten Endgeräts gesteuert werden.

Auch diese durch das Testen veränderten Prototypen werden mit einfachen Mitteln im Timebox-Verfahren hergestellt und erneut getestet. In diesem Testdurchlauf wird das Augenmerk darauf gerichtet, welche Bestandteile der Lösungen besondere Zustimmung erhalten und welche als weniger wichtig eingestuft werden.

Wie wir die Testergebnisse nutzen, um daraus eine erste richtige Lösung (MVP = Minimum Viable Product) zu erstellen, werde ich im letzten Blog-Beitrag dieser Reihe beschreiben.

 

Alle Artikel aus der Serie Design Thinking finden Sie hier:

 

Über diesen Autor

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Birgit Blumberg

Direktor Consulting, Design Thinking Coach und Service Design Spezialist

Birgit Blumberg ist Design Thinking Coach und Service Design Specialist. Sie berät und unterstützt Kunden bei der Transformation von flexibel und agil gestalteten Services und Outsourcing Leistungen.

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