In der Industrie ist seit Langem das Berufsbild des Industriedesigners etabliert. Beispiele sind Personen wie Dieter Rams, der das Bild der Produkte der Firma Braun prägte, Hartmut Eßlinger, der mit seiner Firma Frog Design für viele Jahre die Gestaltung von Apple-Produkten bestimmte, oder Charles und Ray Eames, deren Stühle zu den Klassikern gehören, die seit 1950 bis heute produziert werden.
Industriedesigner sind Gestalter. Sie entwickeln Produkte, die sowohl den ursprünglichen Anforderungen genügen als auch gestalterische und technische Qualität zeigen. Ein gut entworfenes Produkt ist nicht nur nützlich, sondern für Kunden attraktiv und zugleich kostengünstig zu produzieren. Das damit gutes Geld verdient werden kann, zeigt nicht zuletzt der Erfolg von Ikea.

Was bedeutet das in der IT-Welt?

Mit dem zunehmenden Wechsel von traditionellen zu agilen Vorgehensmodellen zeigt sich mehr und mehr, dass es in der IT eine Lücke zwischen Business Consulting und Lösungsarchitektur gibt. Während Business Consultants in der Geschäftswelt zuhause sind, aber in der Regel wenig Ahnung von der Implementierung haben, sind Solution Architects oft technikzentriert und auf bestimmte Systeme fokussiert. Was fehlt, ist ein Bindeglied zwischen Business und Technik.
       
Mit dem Berufsbild des Digital Designers soll eine Brücke gebaut werden zwischen diesen beiden Welten. Die Idee ist dabei, das Berufsbild des Industriedesigners in die Welt der IT zu übertragen. Wo ein Industriedesigner Anforderungen mit tiefen Kenntnissen von Material, Produktionsmöglichkeiten und nicht zuletzt einem Gespür für Design und Produkte umsetzt, muss ein Digital Designer Kenntnisse der IT und ihrer Möglichkeiten besitzen.

Entsprechend muss ein Digital Designer ein breites Spektrum von Erfahrungen besitzen:

  • Business Consulting: Geschäftsprozesse erfassen und gestalten,
  • System- und Softwarearchitektur: eine passende technische Lösung auswählen,
  • Solution Design: Systeme so gestalten, dass sie von Kunden gern genutzt werden,
  • Projektmanagement: beurteilen und beraten, wie die Produktion des Systems gestaltet werden muss.

Hinzu kommen starke kommunikative Fähigkeiten – sowohl in Wort und Bild als auch bei der Bildung von Abstraktionen, um Lösungen einem breiten Kreis von Stakeholdern verständlich zu machen.
Auf diese Weise entstehen hochperformante Teams, die alles abdecken, mit dem kreativen Kopf in der Mitte und einem fähigen Team drum herum: ein attraktives Angebot, weil es Umwege und Sackgassen vermeidet, die ihre Ursachen im derzeit vorherrschenden einseitigen Verständnis von Business Consulting auf der einen und Software Architektur auf der anderen Seite hat. Ein Team mit einem Digital Designer liefert letztlich bessere Qualität zu geringeren Kosten.

Über diesen Autor

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Ralf Kretzschmar-Auer

Executive Consultant

Ralf Kretzschmar-Auer ist Senior Solution Architekt mit den Schwerpunkten E-Commerce und Digitalisierung. Ganzheitliche Beratung und Betreuung von den ersten Anforderungen bis zum GoLive ist sein Ding. Zur Zeit unterstützt er einen Stuttgarter Automobilkonzern dabei, die Shop-Infrastruktur für seine Produkte und Dienstleistungen zu verbessern. Davor ...

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