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Wir alle sind Zeuge einer technologischen Revolution, deren Geschwindigkeit uns oft genug den Atem verschlägt. Sie ist das Ergebnis eines Wachstumsfaktors, dessen Gesetzmäßigkeit Intel-Gründer Gordon Moore schon in den Sechziger Jahren in seinem mittlerweile berühmten Moore’s Law formulierte. 

Die dort vorhergesagte Verdopplung der Rechenpower innerhalb einer Frist von rund 18 Monaten können wir seitdem ganz praktisch nachvollziehen. Jedes Smartphone hat heute mehr Leistung als ein Mainframe vor 30 Jahren. Aber kann man diese exponentielle Entwicklung einfach so extrapolieren? Hier und da werden Zweifel laut, ob das durch das Moore´sche Gesetz postulierte Wachstum grenzenlos ist. In der Tat gibt es für Microchips natürliche Limits, die sich aus den Gesetzen der Materie ergeben. Wenn die Strukturen Atomgröße erreichen, sind sie ausgereizt. Das heißt aber nicht, dass die Technologie an sich am Ende des Wachstums angelangt ist. Mit Quantencomputern steht der nächste Quantensprung – im wahrsten Sinne des Wortes – schon bereit. Und erste Speicherversuche auf DNA-Strukturen sind bereits ebenfalls erfolgreich verlaufen.

Es ist wichtig, an diesem Beispiel den Charakter technologischer Entwicklungen als eine Abfolge von Brückentechnologien zu verstehen. Der Begriff „Generation“ verdeutlich, was ich damit meine. Siliziumbasierte Prozessoren sind eine höchst erfolg- und einflussreiche Technologie-Generation, die ihren Zenit erreicht hat. Jetzt ist es Zeit für die nächste. Eine ähnliche Entwicklung hat schon die Mobilität genommen. Pferde und Kutschen waren über viele Jahrhunderte ein ständig besser genutztes Fortbewegungsmittel. Der nächste Technologiesprung war dann unser allseits beliebtes Automobil, mit dem Bertha Benz 1888 die berühmte erste Überlandfahrt von Mannheim nach Pforzheim unternahm. Das mit fossilen Brennstoffen betriebene Automobil kam als nächste Mobilitätslösung gerade rechtzeitig, um jetzt sukzessive der nächsten Brückentechnologie Platz zu machen. Und auch die wird mit all ihren immanenten Unvollkommenheiten wieder nur für einen Übergangszeitraum den Weg für den nächsten Technologiesprung ebnen. 

Das Gleiche gilt für die Energieversorgung oder die Landwirtschaft. Wir bewegen uns ständig von Technologiegeneration zu Technologiegeneration – und die Halbwertszeiten werden immer kürzer. Wir erleben exponentielles Wachstum also nicht nur auf technologischer Ebene, sondern auch bei deren Umsetzung in Lösungen für unser tägliches Leben. Das wirft die Frage auf, wie es sich darauf auswirkt. Wird es uns nutzen oder eher schaden? 

Technologie ist per se weder gut noch böse. Ich sehe darin ein mächtiges Werkzeug und es liegt an uns, wie wir es sinnvoll nutzen. Als unverbesserlicher Optimist bin ich davon überzeugt, dass wir uns die Technologie zu Nutze machen werden, um die gewiss nicht leichten Herausforderungen zu lösen, vor denen wir stehen. Die ständig steigende Weltbevölkerung mit der einhergehenden steigenden Nachfrage nach Mobilität und Ressourcen sind hierbei nur eine Perspektive. Ich gehe daher sogar noch einen Schritt weiter: Ohne moderne Technologie werden wir die Herausforderungen nicht bewältigen können, da oftmals regionale und persönliche Partikularinteressen vor den negativen Auswirkungen auf die Allgemeinheit Vorzug erhalten. Wir können und müssen daher den technologischen Fortschritt nutzen, um unser Leben weiter nachhaltig zu verbessern - und hier spreche ich aus einer globalen Perspektive und nicht aus der zugegeben oftmals komfortablen Perspektive in Zentraleuropa. Lösungen rund um erneuerbare Energien sind als Beispiel ohne den Einsatz avancierter Technologien gar nicht vorstellbar. 

Daraus leitet sich logisch ab, wie wichtig die intensive Beschäftigung mit den Chancen von IT-Innovationen wie Cloud oder Intelligent Automation ist. Von deren Beherrschung werden die Wettbewerbsfähigkeit und damit die erfolgreiche Zukunft von Unternehmen, Branchen, Wirtschaftszweigen und ganzer Volkswirtschaften abhängen. Darum soll es im zweiten Teil meines Blogs gehen.

Über diesen Autor

Torsten Straß

Torsten Straß

President Central & Eastern Europe

Torsten Straß leitet die CGI Strategic Business Unit Central & Eastern Europe bestehend aus den Ländern Deutschland, Niederlande, Slowakei und Tschechien. Zuvor trug er als Senior Vice President die Gesamtverantwortung für die Business Unit Deutschland mit mehr als 3. 700 Mitarbeitern an 15 Standorten. ...

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