Der „Equal Pay Day“ ist inzwischen ein Begriff: Er markiert den Tag, bis zu dem Frauen in Deutschland „umsonst“ gearbeitet haben. Die Gehaltslücke zwischen Frauen und Männern betrug laut Statistischem Bundesamt zuletzt 21 Prozent. Dieser Wert, der unbereinigte „Gender Pay Gap“, ist umstritten, da er strukturelle Unterschiede zwischen den Geschlechtergruppen unberücksichtigt lässt – wie Unterschiede bei Berufen, Beschäftigungsumfang, Bildungsstand, Berufserfahrung oder den geringeren Anteil von Frauen in Führungspositionen.

Wie dem auch sei: 21 Prozent sind zu viel. Und Deutschland schneidet im europäischen Vergleich dramatisch schlecht ab.

Eine Verbesserung soll das neue Entgelttransparenzgesetz bringen. Seit Anfang des Jahres haben Frauen das Recht, von ihrem Arbeitgeber zu erfahren, was Männer verdienen, die eine gleiche oder gleichwertige Tätigkeit wie sie selbst ausüben. Andersherum gilt das auch für die Männer. Es bestehen jedoch große Zweifel, ob das Gesetz in der Realität das bewirkt, was es soll.

Selbstverständlich setzen wir bei CGI das neue Gesetz vollumfänglich um. Doch wir legen ohnehin größten Wert darauf, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nach Geschlecht, sondern nach ihrer Position vergütet werden.

Um gleiche Chancen für alle zu garantieren, fokussieren wir uns auf die folgenden drei Aspekte:

  • Ganz grundlegend ist es, die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass es Frauen mit Kindern möglich ist, ihren Job zu machen. So muss es zum Beispiel auch möglich sein, in Teilzeit verantwortungsvolle Aufgaben zu übernehmen. Eine Besonderheit bei CGI ist unsere regionale Ausrichtung. Während es sonst in der Beratungsbranche üblich ist, unter der Woche fernab von zuhause im Kundenprojekt zu arbeiten, betreuen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Regel Kunden, die ganz in ihrer Nähe sind. Ganz praktisch heißt das: abends wieder in den eigenen vier Wänden statt in einem Hotelzimmer zu sein – und trotzdem die spannendsten Kundenprojekte zu erleben.
     
  • Sehr wichtig ist aber auch, Frauen zu ermutigen, sich eine Karriere zuzutrauen – so, wie es Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg in ihrem Beststeller „Lean In: Frauen und der Wille zum Erfolg“ beschrieben hat. Unternehmen können hier mit Coaching- und Mentoring-Programmen ansetzen. Wer sich etwas zutraut, hat bei CGI alle Möglichkeiten, denn Selbstbestimmtheit und Eigenverantwortung werden bei uns großgeschrieben.
     
  • Eine zentrale Rolle spielen die Führungskräfte. Sie müssen sensibilisiert werden, auch Frauen eine Chance zu geben, die etwas zurückhaltender sind – vielleicht nicht so laut „Hier!“ schreien, wie es ein männlicher  Kollege tut. Bei CGI kommt uns dabei unser sehr kollegiales Miteinander zugute, bei dem jede und jeder Einzelne wahrgenommen und wertgeschätzt wird. Wer gerne seine Ellenbogen ausfährt, passt nicht zu uns. „Up or out“ – also das Prinzip, dass du das Unternehmen verlassen musst, wenn du nicht schnell genug aufsteigst, – mag es in anderen Beratungshäusern geben, bei uns aber nicht. Auch an dieser Stelle spielen die Rahmenbedingungen eine große Rolle: Der variable Anteil unserer Gehälter ist relativ gering. Denn wir wollen nicht Einzelleistungen fördern, sondern gemeinsam im Team am Erfolg unseres Unternehmens arbeiten.

 

Das Wichtigste überhaupt ist aber, mit den Mitarbeiterinnen in den Dialog zu treten. Was wollen sie wirklich? Spüren sie eine gläserne Decke? Wie macht sich das bemerkbar? Wo treffen sie auf Widerstände? Und wie können wir als Unternehmen vielleicht schon mit kleinen Änderungen etwas bewirken?

Arbeitgeber, die sich dem Thema „Equal Pay“ auf diese Weise annehmen, schaffen nicht „nur“ für Frauen beste Bedingungen. Vielmehr profitieren alle davon. Zum Beispiel, wenn es um die Flexibilität geht, die gerade auch bei der Generation der Millennials ganz oben auf der Wunschliste steht. Es geht hier um etwas ganz Grundsätzliches: um das Vertrauen, das ein Arbeitgeber seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entgegenbringt. An die Stelle von Kontrolle tritt die Selbstbestimmtheit der oder des Einzelnen. Es ist egal, wann, wo und wie du arbeitest. Das Ergebnis ist das, was zählt.

Gerade verändert sich die komplette Arbeitswelt – eben nicht nur die der Frauen. Welche Berufe es in Zukunft überhaupt noch geben wird, wie wir miteinander interagieren, welche Bedürfnisse wir haben: Jetzt ist die Zeit, in der alle Aspekte des Arbeitens und Zusammenarbeitens neu definiert werden. Packen wir es gemeinsam an!

Über diesen Autor

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Sabine Weinheimer-Hoepermans

Director Human Resources

Mit Wirkung zum Oktober 2015 ist Sabine Weinheimer HR Director für die BU Deutschland. Frau Weinheimer ist seit Januar 2012 bei CGI. Sie leitete zunächst das Training-and-Development-Team in der deutschen Organisation bevor sie in die Strategische Business Unit Northern- and Southern Europe and South America ...

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