Große Unternehmen arbeiten weiterhin mit Altsystemen, die zum Großteil noch auf Client-Server-Architekturen basieren und teilweise schon seit 30 Jahren in Betrieb sind. Einige dieser Anwendungen weisen eine enorme Größe auf, sind übermäßig komplex, miteinander verknüpft und monolithisch aufgebaut.

Die Umfrage CGI Client Global Insights, in der mehr als 1.550 Führungskräften befragt wurden, kam zu dem Schluss, dass die Modernisierung der Anwendungsportfolios für unsere Kunden eine hohe Priorität einnimmt.

CGI Client Global Insights: Top Business Priorities
CGI Client Global Insights - Business Priorities

In diesem Blog-Artikel, der unter Mitwirkung von Dominik Neumann verfasst wurde, wird ein zweiteiliger Ansatz für diese gewaltige Aufgabe beschrieben:

  1. Replatforming: Die Migration bestehender Anwendungen von Bare-Metal-Servern oder virtuellen Maschinen in containerbasierte Zielumgebungen in einer Cloud-Plattform.

  2. Rebuilding: Die schrittweise Modernisierung großer monolithischer Anwendungen durch (teilweise) Extrahierung von Funktionen und deren Nachbau in cloudbasierten Services.

Bei einer Migration von Systemen in die Cloud müssen die Vorteile von Cloud-Lösungen stets gegenüber den Verpflichtungen des Unternehmens im Hinblick auf den Schutz kritischer Daten, die Einhaltung geltender Vorschriften sowie die Senkung geschäftlicher Risiken abgewägt werden.

 

Rebuilding und Replatforming von Altanwendungen

Rebuilding und Replatforming von Altanwendungen

Replatforming

Der erste Ansatzpunkt beim Replatforming besteht oft darin, eine Vielzahl von Anwendungen auf eine containerbasierte Cloud-Plattform zu migrieren. Das Ziel eines vollständigen Nachbaus der Anwendungen spielt dabei meist eine untergeordnete Rolle. Vielmehr beschränken sich die Anpassungen darauf, die Anwendungen cloudfähig und sicher zu machen und so zu gewährleisten, dass sie in der Zielumgebung verwendet werden können.

Im Vorfeld eines solchen Vorhabens gilt es jedoch, die Cloud- und Geschäftsstrategien genau unter die Lupe zu nehmen und das erforderliche Maß an Datenschutz festzulegen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die richtigen Anwendungen aus den richtigen Gründen auf die Cloud-Plattform übertragen werden. Neben einem umfassenden Überblick über Ihre Geschäfts- und Cloudstrategie müssen Sie auch den Aufbau Ihrer aktuell genutzten Rechenzentren, den Reifegrad Ihres Unternehmens im Hinblick auf cloudnative Entwicklungsprozesse, mögliche Risiken in Bezug auf Cybersicherheit und viele weitere Faktoren berücksichtigen.

Die Best Practices in diesem Zusammenhang umfassen eine kontinuierliche Bewertung all dieser Faktoren sowie durchgehende Replatforming-Prozesse. Das für die kontinuierliche Auswertung zuständige Team bewertet jeweils eine Anwendung nach vorab festgelegten Kriterien. Die Ergebnisse dieser Auswertung werden dem Backlog hinzugefügt, wo die Anwendungen in der Regel gruppiert und als S (Small), M (Medium) oder L (Large) eingestuft werden. Diese Einstufung gibt Aufschluss über den Umfang und damit die ungefähre Dauer der Migration.

Nachdem die Analyse der ersten Anwendungen abgeschlossen wurde und die ersten Daten im Backlog eingefügt wurden, können die kontinuierlichen Replatforming-Prozesse für die Cloud-Umgebung in Angriff genommen werden. Ein Team aus erfahrenen und kompetenten Experten nimmt die Anwendungen nacheinander aus dem Backlog und migriert diese auf die Cloud-Plattform. Nach der Migration einiger Anwendungen zeichnen sich in der Regel einige Muster ab, die in einem Handbuch für die Anwendungsmodernisierung gesammelt werden sollten.

Rebuilding

Während kleine und mittelgroße Anwendungen in der Regel ohne Weiteres von Grund auf nachgestellt werden können, erfordern sehr große und monolithische Anwendungen, die über mehrere Jahrzehnte gewachsen und kritisch für den Geschäftserfolg sind, einen völlig anderen Ansatz. Für ein Projekt dieser Größenordnung braucht es ein hohes Maß an Sorgfältigkeit sowie einen zuverlässigen und kompetenten externen Partner, der die fortlaufenden Modernisierungsvorhaben unterstützt und die Verfügbarkeit der benötigten Ressourcen durchgehend gewährleistet.

Das Rebuilding einer sehr großen Anwendung ist ein hochkomplexes Projekt, das sich über mehrere Monate oder gar Jahre erstrecken kann. Am Anfang eines solchen Projekts sollte stets die Festlegung einer genauen Arbeitsstruktur stehen. Wie der Replatforming-Prozess sollte auch das Rebuilding von Anwendungen eine kontinuierliche Bewertung sowie durchgehende Prozesse umfassen. Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass man sich nicht auf die Suche nach Anwendungen machen muss, die mit minimalem Aufwand cloudfähig gemacht werden können. Stattdessen befolgen alle Beteiligten (Geschäftseinheiten, IT, Management etc.) einen festgelegten Ansatz, in dessen Rahmen Domänen, gebundene Kontextelemente, Entitäten, Wertobjekte etc. definiert werden. Mithilfe eines strategischen und domänenbasierten Designs auf Programmebene können die Prioritäten und Anforderungen für die kommenden drei bis sechs Monate ermittelt werden.

Im Anschluss daran sollte die Umsetzung der domänenbasierten Designmethoden in sogenannten Event-Storming-Workshops zusammen mit den IT-Experten und den Vertretern der Geschäftsbereiche vorangetrieben werden. Aus diesen Workshops ergeben sich genügend Informationen und Details, um den Backlog mit Epics und User Stories zu füllen. Anschließend können mehrere Teams damit beginnen, die Funktionalitäten der bestehenden Altanwendungen als Mikroservices in einer cloudbasierten Umgebung nachzubilden. Diese Services werden dann über Application Programming Interfaces (APIs) in die bestehende Anwendung integriert, wobei die Funktion außerhalb der Altanwendung nachgebaut wird.

Dieser Prozess wird solange wiederholt, bis entweder alle Funktionalitäten migriert oder nachgebildet wurden, oder bis es keinen Geschäftsgrund für die Nachstellung der verbleibenden Funktionen gibt.

Modernisierung an vorderster Front

Hochwertige Replatforming-Prozesse und das Rebuilding bestehender Anwendungen sind keine leichte Aufgabe. Und noch schwieriger gestaltet sich das Ganze, wenn die Prozesse auf globaler Ebene ablaufen sollen. CGI nimmt in diesem Modernisierungsprozess eine Vorreiterrolle ein – mit umfassenden Kompetenzen in alten sowie neuen IT-Landschaften. In Anbetracht der stetig neu aufkommenden Herausforderungen in Sachen Cyber-Security und Datenschutz bei cloudbasierten Lösungen unterstützt CGI seine Kunden im Sinne eines End-to-End Ansatzes von der Beratung und Entwicklung eines umfassenden Cloud-Ansatzes, bei dem Risiken und Vorteile optimal gegeneinander abgewägt werden, über die eigentliche Transformation bis hin zum initialen Setup und laufenden Betrieb der Cloud- und Applikationsplattformen. Erfahren Sie mehr über unseren Ansatz für die Umstellung auf cloudnative Lösungen.

Über diesen Autor

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André Lindenberg

Vice President, Cloud Transformation & IT Modernization

André Lindenberg entwickelt seit 15 Jahren IT-Lösungen in verschiedenen Industriesektoren. In den letzten Jahren widmete er sich vorwiegend Themen im Bereich Cloud Transformation und IT-Modernisierung. Sein spezieller Fokus liegt darin, Kunden beim Entwurf und bei der Implementierung flexibler Systemlandschaften zu unterstützen und somit ...

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