Es ist noch gar nicht lange her, da war das Wort „Cloud“ lediglich ein Buzz Word. Es galt als eine Sammlung von Technologien, bei der man erstmal sehen wollte, ob sie sich überhaupt durchsetzt oder im Technologiehimmel anderen Hype-Lösungen Gesellschaft leisten wird. Mittlerweile dominieren Cloud-Technologien und cloudbasierte Produkte den Markt. Sie sind ein massiver Push, wenn es darum geht, über Agilität und Flexibilität den Mehrwert der IT innerhalb der Unternehmen zu fördern, weit über normale Kosten-Leistungsrechnungen hinaus. Schon lange interessieren nicht mehr allein virtuelle Server innerhalb der Cloud Services. Zunehmend wird modular gearbeitet. Die Architekturen fokussieren sich auf Microservices und werden mit PaaS- und SaaS-Elementen realisiert. Der Vorteil im ewigen Rennen um eine immer schnellere Einführung von Business Services ist offensichtlich. Anstatt auf IT-Services konzentriert man sich darauf, Business Services zu entwickeln und Business Value zu erbringen. Unternehmen richten ihre Aufmerksamkeit wieder auf die eigene Kernkompetenz, anstatt mehr oder weniger standardisierte IT-Landschaften zu betreiben.

Diese Aufgaben, das Standardisieren und Betreiben der IT-Landschaft, werden mehr und mehr an Service Provider gegeben, trotz des angeblichen Trends zum Insourcing. Das betrifft auch den Zukauf von IT-Services bei Cloud Providern, die mit Heerscharen an Entwicklern in einer Effektivität Cloud Services erstellen, die sie in ihrem eigenen Rechenzentrum niemals mit vernünftigem Aufwand realisieren könnten. Die „Economy of Scale“ schlägt nicht nur die Effizienz der Erstellung dieser Services, sondern agiert als ganz eigene Trendschmiede. Dabei werden tausende Business-Anforderungen erfasst und in entsprechende Services überführt.

Soweit so gut. Phantastische Möglichkeiten, technologische Goldgräberstimmung und enthusiastische Cloudevangelisten treffen nun auf die Realität der Enterprise-IT-Landschaften. Dort ist der Wunsch nach Agilität und modernen skalierbaren Landschaften zwar unendlich groß, jedoch liefern, zumindest kurzfristig, Public Clouds keine vollständigen Antworten auf die größten Herausforderungen: 

  • Die businesskritischsten Applikationen laufen vielfach noch auf proprietären Systemen.
  • Veraltete Lizenzmodelle sind kommerzielle Barrieren, die selten schnelle Lösungen erlauben.
  • Security-Bedenken, die meist auf veralteten Vorstellungen von Cloud-Technologien beruhen, stellen in der Regel ein massives Hemmnis dar, um im größeren Maßstab produktive Daten in Public Clouds zu bringen.
  • Security- und Compliance-Richtlinien benötigen oft ein Update, um bei der permanenten Weiterentwicklung in der Cloud mithalten zu können und sich aus der Host- und Bare-Metal-lastigen Vergangenheit zu befreien.
  • Business-Resilienzen und die Unabhängigkeit von einzelnen Lösungen kommen außerdem hinzu.

Das interessante Paradigma der Cloud-Abhängigkeit wird uns die nächsten Jahre vermehrt beschäftigen. Wie nutzt man bestmöglich Cloud Services, ohne sein Business vom Cloud Vendor und dessen Performance abhängig zu machen?! Auf technischer Ebene kann das Thema Resilienzen bei entsprechender Applikationsarchitektur auf IaaS- und PaaS-Ebene mit Hilfe des Cloud Vendors gelöst werden. Es bleibt das Lösen vom Cloud Provider selbst und von einzelnen SPOFs, die größtenteils erst durch größere Störfälle sichtbar werden. Strategisch gewinnen Cloud Exit Options sowie Cloud-to-Cloud Options an Bedeutung, auch wenn sie nur selten durchgeführt werden.

Im hybriden Design liegt ein Teil oder auch die ganze Lösung für die nächsten Jahre. Der Hybrid im Enterprise-Kontext ist in der Regel komplex. Es geht nicht nur um die Verbindung eines klassischen Rechenzentrums und einer Public Cloud, sondern um eine Architektur, die verschieden abgesicherte Public-Cloud-Zonen (eventuell auch von mehreren Cloud-Anbietern) mit privaten Cloud-Architekturen und Bare Metal Environments miteinander verbindet. Im Zentrum der Architektur stehen dabei nicht die einzelnen Services, sondern die Distribution der Workloads und der Datenströme innerhalb der definierten Sicherheitszonen. Die Frage ist erstens: Wo sind meine Daten? Und zweitens: Wie transportiere ich meine Daten?

Hier kommt der Managed Service Provider ins Spiel. Er muss die unterschiedlichen Aspekte verstehen, analysieren und eine entsprechende Architektur erstellen, umsetzen und managen. Dabei muss er zwingend unabhängig von einem eigenen (Cloud- oder Hardwareverkaufs-) Interesse agieren können. Die Kernfunktionen, die der Managed Service Provider erfüllt, sind vor allem die eines Vermittlers zwischen Cloud-Enthusiasten und -Skeptikern. Die Entscheidung zwischen den Cloud-Produkten wird nicht nur aufgrund der Attraktivität, sondern auch aufgrund der nötigen Eignung für unternehmenskritische Anwendungen getroffen. Auf der anderen Seite müssen diejenigen überzeugt werden, die den Wechsel in die Cloud behindern, weil ihnen der Wille zur Veränderung fehlt. Diese Stärken von CGI wurden durch das Analystenhaus ISG in der kürzlich veröffentlichten Provider Lens „IaaS – Enterprise Cloud for Large Accounts“ sowie „Public Cloud Transformation“ bestätigt.

Ausschlaggebend für die positive Beurteilung durch die ISG als „Leader“ in Deutschland ist unsere Stärke, bei Hybrid Clouds neben dem IaaS-Lösungsangebot auch in dem CGI-eigenen Unify360 Framework arbeiten zu können. Das Framework bietet einen kompletten Service, beginnend bei der strategischen Beratung bis zum Management von hybriden Cloud Services. Dazu gehört auch das Management von Public Cloud Services, wie zum Beispiel Azure und AWS Managed Services.

Das CGI Unify360 Framework enthält IT-Plattform-Elemente, Consulting Services und Best Practices, die dabei helfen, das IT-Portfolio unserer Kunden kennen und verstehen zu lernen. Mit dieser Vorgehensweise entwickeln wir zusammenhängende Strategien, die genau auf die Unternehmensziele unseres Kunden abgestimmt sind. Zum Beispiel haben wir ein internationales Transport- und Logistikunternehmen umfassend dabei unterstützt, innerhalb eines multimodularen Hybriden Public Cloud Services zu ermöglichen und sie in eine komplexe Service- und Businesslandschaft zu integrieren. Einen anderen Kunden unterstützte CGI bei der Neuentwicklung von kritischen Applikationen, die modular und cloudnativ aufgebaut wurden, um die Vorteile der Cloud für weitere Innovationen nutzen zu können.

 

Über diesen Autor

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Susan Linden

Vice President, Consulting

Susan Linden verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung als Enterprise Architect, als Account Manager, und Program Manager in Cloud- und Managed-Hosting-Umgebungen.

Comments

Vielen Dank für eine wunderbar erklärte Lektüre. Tatsächlich tun die besten Cloud-Anbieter viel mehr, als einfach nur die Lösung bereitzustellen. Sie gehen einem ganzheitlichen Ansatz nach, von dem letztendlich sowohl der Anbieter als auch seine Kunden profitieren.

Submitted by Roxanne Alexander on 09. Mai 2019

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