Eindrücke aus der Innovation Night der Münchner Sicherheitskonferenz mit dem Cyber Innovation Hub der Bundeswehr und dem Paneltalk in der Vertretung der Regierung von Québec zwischen Florian Kling (CGI Consultant) und Alicia Wanless (Doktorandin War Studies/ King‘s College London) auf Einladung der Jungen Transatlantiker.

Mit „Picking up the pieces“ überschreibt Botschafter Wolfgang Ischinger seine Münchner Sicherheitskonferenz und hofft damit, einen Ausweg aus der schwierigen ordnungspolitischen Lage der Welt zu finden. In Zeiten, in denen Präsidenten twitternd die Weltpolitik beeinflussen und politische Krisen auch über Fake-News-Attacken oder Wahleinmischung aus dem Ausland ausgelöst werden können, haben Behörden noch immer einen jahrelangen Digitalisierungsrückstand gegenüber der Wirtschaft.

Verwaltungskultur vs. digitale Transformation

Vor allem im Gespräch zwischen Joe Kaeser (CEO Siemens) und Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen zeigte sich, wie wichtig es ist, sich als große und komplexe Organisation kontinuierlich neu zu erfinden und Innovationen zu fördern. Die Kultur in den Verwaltungen muss sich dabei großen Herausforderungen stellen und Mitarbeiter darin bestärken, selbst zum Motor dieses Wandels zu werden. Auch die dazu nötigen Fachkräfte können nur gewonnen werden, wenn die einzelnen Mitarbeiter aus Firmenphilosophie und innovativer Kultur ihre eigene Bestimmung finden und ableiten können.

Derzeit verhindern vor allem die teils hierarchischen und risikoaversen Strukturen der Behörden, sich so agil und modern aufzustellen wie es für einen raschen Umbau der IT erforderlich wäre. Das ist zum einen gut, denn während bspw. agile Start-Ups scheitern können, um am nächsten Tag erneut zu beginnen (Fuck-Up-Nights), ist es nicht zu akzeptieren, wenn plötzlich wesentliche Serviceleistungen des Staates für seine Bürger, wie z.B. Arbeitslosenhilfe, nicht mehr zur Verfügung stünden.

Digitale Experimentierlabore in die Behörden!

Das Gespräch zwischen dem DARPA-Chef (US-Behörde, die das Internet erfunden hat) und Start-Up-Vertretern unterstrich die Wichtigkeit von Innovationslaboren. Hier besteht die Möglichkeit, unbürokratisch zu experimentieren und daraus neue Lösungen in die Stammorganisationen einzuführen. Dazu hat beispielsweise die Bundeswehr das Cyber Innovation Hub eingerichtet. Auch CGI unterstützt mit modernen Innovationsformaten Unternehmen bei ihrer digitalen Transformation. Im Digital Camp werden dabei z.B. gemeinsam neue Geschäftsideen experimentell entwickelt. Mit Studien zur sicheren mobilen Kommunikation leistet CGI im Cyber Innovation Hub seinen Beitrag.

Staaten sind nicht hilflos der Digitalisierung ausgesetzt. Kanada beispielsweise, das wurde im Paneltalk bei der Vertretung der Regierung von Québec deutlich, hat einen Digital-Minister an die Spitze ihrer Transformation gestellt. Da er gleichzeitig auch oberster Hüter der staatlichen Finanzen ist, hat er einen erheblichen Einfluss darauf, ob Digitalisierungsprojekte den selbstgesetzten Kriterien entsprechen oder nicht. So hat auch der kanadische Bundes-CIO das Ziel ausgerufen, sämtliche staatlichen Dienstleistungen zu jeder Zeit auf allen Plattformen anzubieten, damit die Bürger nicht mehr „aufs Amt“, sondern die Verwaltung mit den richtigen Services zu ihren Bürgern kommt.

Cybersecurity zur Gefahrenabwehr

Gegen mögliche Gefahren bei der Einmischung von Wahlen hat Kanada eine Task Force für Cybersicherheit aufgebaut. Auch in Deutschland soll mit einer Cyberagentur der neuesten Kriegs-Dimension nach Land, Luft, Meer und Weltraum begegnet werden. Das BSI wird umgebaut zur zentralen Cybersicherheitskompetenz für Deutschland und die Bundeswehr hat inzwischen neben Heer, Luftwaffe und Marine auch eine Teilstreitkraft für den Cyber- und Informationsraum.

CGI ist einer der wenigen Anbieter, der global Behörden und Militär unterstützt,  in der Digitalisierung nicht den Anschluss zu verlieren und mit dem CGI Federal Cyber Innovation Lab auch für Innovation im Bereich Cybersecurity sorgt.

Die sicherheitspolitische Welt ist erneut im Umbruch. Staaten und ihre Bündnisse sind noch immer die wichtigsten Akteure, um Gefahren abzuwehren, Wandel zu gestalten und den Menschen eine nachhaltige und prosperierende Zukunft zu ermöglichen. Die Digitalisierung ist dabei keine Gefahr für Behörden, sondern zentrale Chance, Zukunft besser zu gestalten und bürgernähere Dienstleistungen effizienter und flexibler anzubieten.

 

Staaten unter Digitalisierungsdruck: Fazit aus der Münchner Sicherheitskonferenz
Talk in der Vertretung von Québec: v.l.n.r. Florian Kling, Alicia Wanless, Robin Arens

 

Über diesen Autor

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Florian Kling

Senior Consultant, Defense & eGovernment

Florian Kling berät als Senior Consultant im Verteidigungsbereich und öffentlichen Sektor zu den Themen Digitale Transformation, eGovernment und Unternehmensarchitektur (EAM). Zudem tritt er als Speaker für Fragen der Sicherheitspolitik und Digitalisierung staatlicher Organisationen auf.

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