Mediation ist ein Thema, das mir besonders am Herzen liegt, weil ich davon überzeugt bin, dass das Scheitern vieler Projekte durch den richtigen Einsatz von Mediation hätte verhindert werden können. Mediation – also die moderierte Konfliktvermittlung zwischen freiwillig am Mediationsprozess teilnehmenden Parteien – ist definitiv eine Chance, mit den vielfältigen Unterschieden und oftmals konträren Interessen innerhalb von Projekten konstruktiv umzugehen.

Erfreulicherweise lässt sich hier ein positiver Trend erkennen: Viele unserer Auftraggeber haben die Bedeutung von Mediation erkannt und fragen dieses Instrument bei Angeboten bzw. im Rahmen von Ausschreibungen vermehrt an. Mediation wird also zunehmend als integraler Bestandteil eines erfolgreichen Projektmanagements betrachtet.

Projekte stehen in der Regel von Anfang an unter einem zeitlichen und finanziellen Druck, wobei das Ziel gelegentlich nur vermeintlich feststeht und der Weg zum Ziel  ̶  gerade bei der agilen Vorgehensweise erst im Projekt ausgeprägt und gefunden wird. Hinzu kommt, dass Projektteams häufig interdisziplinär zusammengesetzt sind, unterschiedliche Interessen verfolgen und vermehrt räumlich voneinander getrennt sitzen. Dass solche Situationen zu Konflikten führen können, liegt auf der Hand. Im positiven Fall drücken Konflikte unterschiedliche Vorstellungen aus, die es herauszuarbeiten gilt und in konstruktive Aktivitäten und Energie für den Projekterfolg umzuwandeln. Im negativen Fall drücken Konflikte Verwerfungen aus, nicht selten persönlicher Natur, und es bedarf umgehend einer Lösung, um den Projekterfolg nicht aufs Spiel zu setzen.

Lösungen ohne Gesichtsverlust und verbrannte Erde

Die Mediation ist ein wichtiges Instrument, um gemeinsam zu einer Lösung ohne Gesichtsverlust und verbrannte Erde zu kommen. Als alternative Konfliktlösung kann sie den Projektmanager stärken und Projektteams zu Höchstleistungen führen. Gleichwohl gibt es in Projekten sicherlich auch Situationen, in denen andere Instrumente wirkungsvoller und schneller zu Entscheidungen führen.

Mein Fazit

Konflikte können in allen Phasen eines Projektverlaufs auftreten und die Diskussion ist müßig, in welcher Phase sie am Kritischsten für den Projekterfolg sind. Sie müssen erkannt, analysiert und zu einer zielgerichteten Lösung geführt werden. Aussitzen als Alternative ist keine Lösung.

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Richard Bürmann
Der Autor ist zertifizierter Projektleiter (Prince 2) und zertifizierter Wirtschaftsmediator (European Business School). Als langjähriger Praktiker mit über 30 Jahren Berufserfahrung mit öffentlichen Auftraggebern kombiniert er das Wissen aus beiden Welten.

 

Über diesen Autor

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Richard Bürmann

Vice President Public Services

Richard Bürmann leitet bei CGI den Bereich Public Services. Der Fokus seiner über 30-jährigen Berufserfahrung im öffentlichen Sektor liegt im Management und Vertrieb von Beratungs- und IT-Projekten, wobei das Thema Digitale Transformation seit Jahren im Mittelpunkt seiner Tätigkeit steht. Zu seinen ...

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